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23.03.2021

LOUISA – eine App für an Krebs erkrankte Kinder

Der Hauptpreis für Gesundheitsnetzwerker geht an die m.doc GmbH, Köln

Die App LOUISA wurde entwickelt, um Patienten der Kinderonkologie und ihre Eltern zu unterstützen – vor, während und nach dem Krankenhausaufenthalt. Diese Zielgruppe ist einer besonderen, von Unsicherheit geprägten Situation ausgesetzt. Die Begleitung durch die App LOUISA soll Ängste und Isolation reduzieren sowie das Autonomieempfinden der Betroffenen stärken. Lernen, Orientieren, Unterhalten, Informieren, Simulieren, Austausch: Das sind die fünf Kernfunktionen der App, die zunächst an einer kleinen Patientengruppe der Kinderklinik Essen erprobt und bei Erfolg ausgeweitet wird.

Die Bedürfnisse der jungen Patienten im Mittelpunkt

„LOUISA soll dir den Klinikaufenthalt erleichtern und dich in deinem Alltag begleiten“ – so stellt sich das Projekt auf der Webseite der Kinderklinik im Universitätsklinikum Essen vor. Sofort ist klar: Das erkrankte Kind steht mit all seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt. Vom Blickwinkel der Kinder aus zu denken, darauf lag das Hauptaugenmerk bei der Projektentwicklung. Kinder und Jugendliche sind den Umgang mit digitalen Medien gewohnt und nutzen die damit verbundenen Möglichkeiten intuitiv. Daher ist LOUISA als multimodale App gestaltet: Sie beinhaltet  Bausteine wie Aufklärungsvideos, Health Games, Virtual-Reality-Anwendungen oder auch ein Patiententagebuch. Informationen über die eigene Krankheit, über Behandlungsabläufe und Wirkzusammenhänge können damit vielschichtig, interaktiv und spielerisch erlebbar bereitgestellt werden. Für die Kommunikation zwischen Patienten und Behandlungsteam sind ein Messaging-Tool und Video-Visite integriert: So können die Patienten auch zu Hause durch LOUISA unterstützt werden. Auch der einfache Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten über Sektorengrenzen hinweg wird ermöglicht.

Drei Fragen an das Projekt

Entwickelt wurde LOUISA vom Kölner Software-Unternehmen m.doc. Wir haben Gründer und Geschäftsführer Admir Kulin drei Fragen zum Projekt gestellt.

Was macht Ihre Lösung besonders innovativ?

Die App ist Teil eines gesamten Patientenportals und tief integriert in die Prozesse, in die KIS-Landschaft. Vor allen Dingen aber ist die Oberfläche komplett kindergerecht und positiv begleitend aufgebaut - mit Gamification-Aspekten, mit Avatar und ähnlichem, so dass es nicht nach einer medizinischen Anwendung aussieht sondern eher in Richtung Spiel. Und dennoch sind alle wichtigen Informationen für die Versorgung  vorhanden.

Welche Hindernisse mussten im Rahmen des Projekts überwunden werden?

Ein ganz großer Dank gilt dem Team der Universitätsmedizin Essen in der Kinderonkologie , die eine der wichtigsten Hürden überwunden haben: Sie haben sich alle voll auf das Projekt eingelassen, haben die Patienten und Angehörigen wirklich in den Vordergrund gestellt. Daneben war auch die Gesamtintegration in die Systemlandschaft eines Universitätsklinikums eine wichtige Herausforderung.

Gab es Dinge, mit denen Sie vorher gar nicht gerechnet hätten?

Für den Bereich, in dem die Schwierigkeiten liegen, haben wir ein erfahrenes Team, das schon wusste, worauf zu achten ist. Aber positiv überrascht hat uns, wie genau Kinder sind und wie sehr sie helfen, wenn sie sich für eine Sache einsetzen.

Jurybegründung

„Die Lösung schafft Strukturen in besonders schwierigen Situationen für alle Beteiligten. Dies ist besonders wichtig, da bei einer Behandlung des Kindes auch die Angehörigen betroffen sind. Die App stellt Informationen nachvollziehbar dar und ermöglicht eine kindgerechte Ansprache durch adressatengerechte Kommunikation.“

Jurymitglied Prof. Alexander Ehlers (links) überraschte den Gewinner m.doc (Dr. Admir Kulin) digital während einer Videokonferenz, die angeblich nur als Interview geplant war.

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