Vernetzte Visionen verwirklichen, 3. bis 4. Mai 2016 in Berlin, Langenbeck-Virchow-Haus
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26.04.2021

Digital verbunden im Gesundheitsnetzwerk

Chancen der Digitalisierung für das Behandlungsmanagement

Heterogene Verwaltungssysteme erschweren in Arztnetzen den digitalen Datentransfer. Das Netzwerk Gesundes Kinzigtal berichtet von seinen Erfahrungen mit einer Software, die diese Barrieren überwindet und von seinen bisherigen Erfahrungen des elektronisch-vernetzten, patientenorienterten Behandlungsmanagements.  

Im 2005 aus einem Ärztenetz heraus gegründeten Netzwerk Gesundes Kinzigtal haben sich Haus- und Fachärzte, Psychotherapeuten, Kliniken, Physiotherapeuten und andere Partner aus der Gesundheitswissenschaft und Medizin zusammengeschlossen. Ziel ist es, die Gesundheit der Bevölkerung im Sinne der Integrierten Versorgung bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit aufrechtzuerhalten und zu verbessern, wie Dr. Christoph Löschmann, Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH, schildert: „Wir müssen darstellen, dass wir die Versorgung der Bevölkerung mindestens so gut wie in der Regelversorgung vorhalten. Es wird jährlich gemessen, ob wir einen signifikanten Beitrag zur Gesunderhaltung der Bevölkerung leisten.“ Zu den größten Herausforderungen zählen aktuell der große Verwaltungsaufwand bei weit über 50 Leistungspartnern aus verschiedenen Berufsgruppen, sowie deren digitale Vernetzung.  

Eine Software für alle 

Abhilfe schaffen soll hier die Software elpax, die das Gesundheitsnetzwerk gemeinsam mit der Firma Axaris entwickelt hat – und die 2019 mit dem Sonderpreis für Gesundheitsnetzwerker als vielversprechende technische Lösung ausgezeichnet worden ist. Das System gliedert sich in vier Pakete, von denen die Mitgliederverwaltung sowie die zentrale Fallakte bereits in einigen Testpraxen im Einsatz sind. Noch in Arbeit sind die Pakete drei und vier, mit denen die Einschreibung der Patienten in die Gesundheitskurse sowie die interne Abrechnung ermöglicht werden soll.  

Kompatibel und übersichtlich  

Die Software ist in der Lage, mit unterschiedlichen Praxissystemen zu kommunizieren und wird auf allen Arbeitsplätzen installiert, berichtet Markus Müller, Geschäftsführer der Axaris GmbH. Um auch den Anmeldevorgang digital zu halten, läuft die Einschreibung über ein Pad. Kacheln, auf denen verschiedene Untersuchungsergebnisse und andere Patientendaten auf dem Bildschirm angezeigt werden, machen das System besonders übersichtlich. Möchte der Arzt zum Beispiel einen Patienten in ein Programm zur Integrierten Versorgung einschreiben, werden ihm passende Angebote auf einer weiteren Kachel angezeigt. Um ein hohes Maß an Datensicherheit zu gewährleisten, liegen die identifizierenden und die medizinischen Daten auf zwei getrennten Servern.  

Gelungene Navigation durch die Integrierte Versorgung 

Vom Praxiseinsatz der Software berichtet der HNO-Mediziner Dr. Christian Daxer. Er empfinde elpax als wichtige Unterstützung, um Patienten möglichst gut durch das Integrierte Versorgungssystem zu navigieren. Alle Befunde werden über Nacht synchronisiert, so dass der Facharzt bei einem Termin am nächsten Tag beispielsweise die Daten des Hausarztes abfragen kann, sofern der Patient damit einverstanden ist. Auch der Medikationsplan und Diagnosen sind für ihn abrufbar. Optimalerweise sollten in Zukunft auch Krankenhäuser, MVZs und Notfallpraxen an elpax angeschlossen werden. Auch ein Feedbacksystem für Gesundheitsprogramme wäre sinnvoll, meint Daxer.  

Kontaktinformationen

Vom Netzwerk zum echten Versorgungssystem – Chancen der Digitalisierung für ein intelligentes, patientenzentriertes Behandlungsmanagement

Dr. Christoph Löschmann 
Geschäftsführer der Gesundes Kinzigtal GmbH 
www.gesundes-kinzigtal.de 

Markus Müller 
Geschäftsführer der axaris – software & systeme GmbH 
www.axaris.de 

Dr. Christian Daxer 
Ärztlicher Beirat der Gesundes Kinzigtal GmbH  
www.hno-gengenbach.de 

Moderation 
Madeleine Renyi 
Projektleiterin Digitale Anwendungen der Gesundes Kinzigtal GmbH 

 

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